Bildermacht der Medien

In unserem kleinen bunten Redaktionsteam diskutieren wir immer wieder zwischendrin, wenn wir grad nicht unterwegs sind, die Wahrnehmungen der einzelnen zu den aktuellen Geschehnissen. Da wir alle unterschiedliche Herangehensweisen und Sichtweisen haben und verschiedene Schwerpunkte bezüglich der Demonstrationen und Orte, an die wir gehen, entsteht ein ganz guter Gesamteindruck – auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind.

Gerade nach dem heuten Krawall-Tag stelle ich wieder fest, wie schwer es ist, sich dem Bildersog online und im TV, aber auch den Twitterkommentaren, zu entziehen. Ich war vor allem erschrocken über die vielen „Krawall-Schaulustigen“, die an der Schanze waren – das waren aus meiner Sicht keine Demonstranten sondern Zuschauer, die Action sehen wollten. Da ich meine eigene Anwesenheit irgendwann als „Zustimmung“ für die Gewalt dort empfand, bin ich gegangen und habe mir die Livevideos von N24 und abc angeschaut, mit den Twitterkommentaren, meinen Erlebnissen und denen des Teams hier verglichen.

Ein Ergebnis ist auf jeden Fall – und das kennen wir schon aus anderen Zusammenhängen, wird aber gerne wieder vergessen: Die Macht von Bild und gesprochenem Inhalt. Man sieht Bilder, die nicht unmittelbar mit dem BlaBla zusammenhängen, aber beim Zuschauer einen bestimmten Eindruck hinterlassen, da sie im Zusammenhang mit genau dem BlaBla gezeigt werden. Je emotionaler desto schwieriger das zu erkennen, behaupte ich mal. Fakt ist auch, das wir in den letzten vier Tagen, inklusive dem Krawalltag heute, teilweise krass unterschiedliche Beschreibungen von Vorkommnissen ausgetauscht haben. Nicht immer haben wir die Dinge so erlebt, wie es in den Medien abgebildet wird, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Was ich auch immer noch denke – nein, ich hänge keiner Verschwörungstheorie nach – ist, das aus politischer Ebene – damit meine ich sowohl die offizielle Politik als auch verschiedene Szenen und Gruppierungen – heraus so einiges inszeniert wird. Natürlich auch auf Kosten von Menschenkräften und Sachgegenständen. Und mit Menschenkräften meine ich ausdrücklich auch die meisten ausführenden Polizisten (nicht zu verwechseln mit „Die Polizei“ oder dem Apparat dahinter) vor Ort, von den Sannis ganz zu schweigen.

Hier noch ein Kommentar der TAZ zum Thema Polizeistrategie und -führungsriege.

 

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