Sonntag.

Der Gipfel ist vorbei, die Karolinenstrasse wieder geöffnet (okay, es steht nach wie vor ein Einsatzwagen vor der Haustür, aber ich hoffe, der Motor muss Nachts nicht mehr laufen um den Funk hören zu können), aber vorbei ist es trotzdem noch nicht.
Die vielen Gedanken und Erlebnisse treiben nicht nur mich um, sondern auch andere Beteiligte. Ich kann noch nicht schlafen und bin noch mal losgezogen… Bis eben saßen noch Leute auf der Marktstrasse oder den Cafés. 

Aufpasser, Karolinenviertel

Wir vom Kernkreis des WG20 Teams mit kontroversen Meinungen sind eigendlich auch „alle“, die letzten Tage und Nächte haben doch ganz schön zum Federlassen und Energieverlust beigetragen. Auch bei uns sind die Gewaltexzesse in Hamburgs Vierteln präsenter, als mir lieb ist…

Fotografiert von einer Anwohnerin Schulterblatt. Beachtet bitte, das ein Teil der Lichter nicht von Feuern sondern von der Geschäftsbeleuchtung stammt ;)

Im kleinen Kreis sind wir noch mal diese absurde Veranstaltung durchgegangen, aber tatsächlich stelle ich fest, das wir aus verschiedenen Gründen an unseren Grenzen sind – Ich u.a., weil ich bis Mittwoch inklusive gearbeitet habe und ab morgen wieder, gleichzeitig aber bereits seit ca. drei Wochen mit meinem Protest und der privaten Berichtserstattung unterwegs bin. 

FC St. Pauli, Eingang zum Chillout Camp

Heisst: Permanent unterschiedliche Rollen zu unterschiedlichen Tageszeiten, hohes Energielevel für einen ziemlich langen Zeitraum, emotionale Stresszustände, keine Ausruhzeit wegen Lärm und Beobachtungspräsenz der Polizei und so weiter.

Banner auf G20 Soli Demo am 8.7.2017

Klar ist auf jeden Fall, das eine Nachlese heut nicht möglich ist. Auch, wenn der G20 vorbei ist: Wir werden sicher noch die nächsten Wochen Dinge zum Gipfel hier posten. Auf jeden Fall wird der Blog auch wieder „aktiviert“,  wenn die nächsten Hamburg Wahlen anstehen: Ich persönlich wüsste nach diesem G20 Hamburg Desaster nicht, wen ich wählen wollen würde aufgrund fehlender Alternativen, aber Scholz und die Grünen sicher nicht. Es macht aber auf jeden Fall Sinn, vorher nochmal an Gipfel zu erinnern: Wir wissen alle, wie schnell wir Dinge vergessen, die uns in einer emotionalen und aufreibenden Zeit noch total wichtig waren ;)

Sitzblockade vor Wasserwerfer auf dem Heiligengeistfeld

In diesem Sinne: Stay tuned! Wir freuen uns auch weiterhin, wenn Ihr unsere Statements aus Karoviertel Sicht lest und in Eure Meinungsbildung mit einbezieht. 

Rent a Protest…. Vorgefertigte Meinungen statt eigene.

Für alle Anwohner auch aus nicht Karoviertel betroffenen Gebieten: Beteiligt Euch gern zahlreich an unserer Aktion „Rechnung an Scholz„! 

Fakt ist auf jeden Fall: Ich – die zwar sehr aktiv ist, wenn es um Ungerechtigkeiten geht oder aus meiner Sicht um Dinge, die fär mich nicht klar gehen; mich aber ansonsten eher nicht politisch aktiv empfinde und eher neutral agierend – habe einen tieferen Einblick in die die „linke Szene“ und ihre Strömungen erlebt, wofür ich sehr dankbar bin. 

Grau statt Schwarz: wunderbar ironischer Umgang mit der Diskussion um den schwarzen Block.

In diesem Sinne ;) Coming soon: „Aufräumen in der Schanze: Cool (Solidarität)! Und auch Clean (gentrifitlziert)!“/ „Links: Anarchie? BGE? Krawalle?“ / „Recht auf Stadt: Plätze besetzen“… 

Eure Miriam

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