Meine Lieblingsprotestler… Friedfertigkeit schützt vor Schaden nicht.

Vom 1. bis 9. Juli war ich mehr oder weniger permanent on the road. Zwei Ruhe-Oasen waren dabei immer hilfreich: Die „Oase“ im Gängeviertel und der Arrivati Park von Recht auf Stadt. Mit beiden „Gruppierungen“ hatte ich bisher eher wenig zu tun. Beide haben einen guten Job gemacht, während des G20-Gipfels, finde ich: Unaufgeregt, informierend, Zufluchtsplatz, völlig gewaltfrei, pragmatisch, kreativer Protest.

Eine Initiative, die aus dem transparenten Beteilungsprozess bezüglich des G20 vorab entwickelt wurde, war die Gruppierung „Alles Allen„. Sie entstand aus dem eher „hedonistischen Gedanken“ und hatte zum Ziel, friedfertigen Protest in Form von „Guter Laune“ zu organisieren. Dazu gehörte z.B. das organisierte „Cornern“ am 4.7. oder die Nachttanzdemo „Lieber Tanz Ich Als G20“. Da ich diesen Ansatz schon von anderen Veranstaltungen kenne und liebe, war klar, das ich mich bei ihren Aktionen blicken lassen würde. Freakig, humorvoll und gut gelaunt: So habe ich es gern, im Protest! Auch wenn ich bei einigen Sprechchören nicht am Start war, weil ich die nicht teilen konnte.

Die Demo „Lieber Tanz Ich Als G20!“ war unerwartet voll – ich glaube, zwischen 20 und 25Tsd. Teilnehmer. Und das auf einen Mittwoch Abend, zwei Tage, bevor der Gipfel losging. Sie war die Einzige, soweit ich weiß, die komplett friedlich blieb.AllesAllen war auch ansonsten unterwegs, mit gutem transportablen Sound. Umsomehr hat mich die Nachricht erschrocken, das diese Protestgruppe regelrecht angegriffen wurde, von einem Polizeitrupp.

Am Samstag war ich Abends zum Chillen im FC St. Pauli Camp, an der Feldstraße. Gegen 22h machten wir uns wieder auf den Weg, Richtung Schanzenviertel. Eine halbe Stunde später und wäre hängengeblieben, bei der Tanzgruppe, die sich um 22:30 auf der Feldstrasse positioniert hatte: Mit gebührendem Abstand zu dem Geschehen, welches sich im Schulterblatt schon wieder entwickelte. Ich bin stattdessen in der Roten Flora gelandet… und AllesAllen und die Tanzgruppe wurden übelst ohne Vorwarnung attaktiert. Für mich absolut unverständlich: Ich habe die Initiative als absolut friedfertig, auch in kritischen Situationen deeskalierend und „rückzugsorientiert“ und reagierend, wenn Durchsagen der Polizei kamen, erlebt.

Den Bericht könnt Ihr bei „Neues Deutschland“ nachlesen oder bei FSK  nachhören.

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